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Übers Scheitern von St. Galler Bär an der Curling-WM in den USA

Bärendienst mit Stein und Besen...

Das Aufgebot der Swiss Curling Association zur Teilnahme an der Finalrunde der Schweizer Meisterschaft (Männer A) vom 15. bis 23. Februar 2008 in Wetzikon war auch ans Team von St. Galler Bär gegangen. Neben Skip Claudio Pescia waren Patrick Hürlimann (Nr. 3), Pascal Sieber (2) und Marco Battilana (Lead/1) aufgeführt, als Ersatz Mario Freiberger und Andreas Hänni sowie Reto Seiler und Patrick Hürlimann als Berater (Coach). An der WM in Grand Forks trat dann als Ersatz der Adelbodner Skip Toni Müller und Nationalcoach Heinz Schmid in Erscheinung.

Das Team überstand die Round-Robin in der Zürcher Oberländer Halle ungeschlagen; vier von den neun Partien im Zusatzend gewonnen, so auch Bronzegewinner Baden Regio. Mit Steinvorteil im letzten End gewann St. Galler Bär mit 7:6 den Final in Wetzikon gegen Basel-Regio (Skip Ralph Stöckli), als Schweizer Meister 2007 die favorisierte Mannschaft. Drei Tage nach dem Verlust des Landestitels gewann die Stöckli Crew die 1. Viatravia Swiss Curling Tour in der Halle Baden. In der World Curling Tour Europe 2007/2008 belegten die Basler hinter Norwegen (Skip Ulrud) und Schottland (Murdoch) von 18 klassierten Teams den 3. Rang, die St. Galler (Pescia) den 14. Platz.

Coach Patrick Hürlimann, Olympiasieger 1998 mit Lausanne-Olympique, durch Skip Pescia für Andreas Hänni sehr kurzfristig als Nr. 3 mobilisiert, waren die hohen Anforderungen und Erwartungen bekannt, die an ein Team gestellt werden, das an eine Weltmeisterschaft zu fahren wagt, an der heute auch durch Kanadier betreute und geschulte  Mannschaften aus dem Fernen Osten wie China und Japan als Medaillenanwärter teilnehmen. Verlieh Hürlimann der St. Galler Crew in den Finalrunden auf Schweizer Eis noch Flügel, so erwies sich der Titelgewinn der Bären-Crew als Pyrrhussieg.
                                   
An der WM in Grand Forks (USA)  galten andere Massstäbe, höhere Genauigkeit, stärkere Nerven. Mit einem Patchwork-Team lässt sich keine Medaille mehr holen, weder an einer Europa- noch Weltmeisterschaft oder 2010 in Vancouver, B.C., im Zeichen der fünf Ringe. Diese Zeiten sind vorbei. Die Professionalität hat uns eingeholt, die Lichter ausgegangen. 

Erwin A. Sautter